Rasseportrait

Rasseportrait Criollo – Criollos in Europa

Geschichte

Der Criollo ist eine eigenständige und über viele Generationen rein gezogene Pferderasse aus Südamerika. Er wird in den Ländern Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien gezüchtet. Diese 4 Länder sind vereint in der FICCC, der internationalen Züchtervereinigung für Criollos.

Das erste Zuchtbuch wurde in Chile geführt, welches zu den ältesten Zuchtbüchern für Pferde überhaupt zählt. Es folgten einige Jahre später Argentinien, Uruguay und Brasilien.

Die Zuchtbücher sind seit über 80 Jahren geschlossen. Das Zuchtziel ist ausschließlich die Reinzucht. Einkreuzungen anderer Rassen sind nicht erlaubt.

Criollos gehen auf die edelsten spanischen Pferde, Berber und Sorraias zurück, welche durch die spanischen und portugiesischen Eroberer nach Südamerika mitgebracht wurden.

Der harte Überlebenskampf in der Pampa und Wüste mit unterschiedlichsten Futterbedingungen hat aus den Criollos die härteste und ausdauerndste Pferderasse der Welt gemacht.

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Rassestandard

Größe:

138 cm bis maximal 150 cm, wobei ein Idealmaß von 144 cm bevorzugt wird.

Gebäude:

Fundament: gut bemuskelt, kräftige und klare Sehnen und Gelenke, kurzes Röhrbein mit wenig Behang, Röhrbeinumfang Minimum für Stuten 17,5 cm, für Hengste 18 cm, kleine harte Hufe möglichst schwarz.

Körper: in Rechteckform, gut bemuskelte mittellange Schulter mit 50° über der waagrechten Linie, wenig ausgeprägter Widerrist mit guter Bemuskelung, breite und tiefe Brust, von vorne betrachtet sollte das Brustbein den Mittelpunkt des Pferdes darstellen, gut gerundete nach hinten schräg abfallende Kruppe, tief angesetzter wenig getragener Schweif.

Brustumfang: 170 cm Minimum für Stuten, 168 cm Minimum für Hengste, in Harmonie zum gesamten Gebäude stehend.

Hals: konvex, im oberen Bereich gut bemuskelt, die Unterlinie gerade, mit harmonischem Übergang zu Widerrist, Schultern und Brust.

Kopf: gerades bis subkonvexes Profil, breite Basis und feines Maul, kräftige Kieferknochen, ausdrucksstarke Augen, kleine Ohren breit angesetzt, Hengste und Stuten müssen sich deutlich im Ausdruck unterscheiden

Farben:

alle Farben und Farbvarianten sind zugelassen, Tobianos nur in Uruguay und Brasilien. Pintados (Tigerschecken) gibt es genetisch nicht.

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Einsatz und Eignung

Criollos werden in ihren Ursprungsländern überwiegend für den Sport gezüchtet. Es gibt hervorragende Linien für das Distanzreiten, die Rinderdisziplinen und die Reining. Auch in Europa wird der Criollo mehr und mehr in diesen sportlichen Bereichen eingesetzt. Aufgrund seiner hervorragenden Trittsicherheit eignet er sich ebenso für lange Geländeritte. Auch für das Therapeutische Reiten sind Criollos aufgrund ihrer Ruhe und Ausgeglichenheit, Nervenstärke und Menschenfreundlichkeit sehr gut geeignet. In Brasilien praktiziert man schon lange die Reittherapie mit Criollos.

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Charaktereigenschaften und Merkmale:

Criollos sind sehr intelligent, unerschrocken und mutig, fleißig und ausdauernd sowie äußerst lernbegabt. Sie besitzen einen ausgeprägten Cowsence, sind extrem wendig und schnell, unwahrscheinlich trittsicher, bequem in allen Gangarten zu sitzen sowie gesund und sehr langlebig. Außerdem haben sie eine besonders hohe Fruchtbarkeitsquote. Ihrem Menschen gegenüber sind sie sehr freundlich, treu, anhänglich und immer bereit, alles zu geben.

(Quellennachweis: „Criollos de America“, Luis Ponce de Leon)